Der totale Durchblicksstrudel

Verglichen mit dem Universum und dem ganzen Rest, wie groß bist du eigentlich? Diese spektakuläre Flashanimation von Cary und Michael Huang zeigt es:

The Scale of the Universe

Erinnert mich irgendwie an Zaphod Beeblebrox, der im zweiten Buch der fünfteiligen Hitchhiker-Trilogie in den totalen Durchblicksstrudel gesteckt wird:

Der totale Durchblicksstrudel ist eine grausame Maschine, die jeden Verstand zerstört, indem sie dem Verurteilten seine eigene Größe in Relation zum Universum zeigt. Die Wahrheit aber, wie unwichtig und klein ein Mensch ist, kann der Verstand nicht ertragen.

Zaphod allerdings spaziert fröhlich wieder aus dem Strudel heraus, von dem er nur erfahren hat, dass er der wichtigste Mensch im Universum ist, was er ohnedies schon wusste.

(via @Timo_Off)

Die Demokratisierung der Datenanalyse

Dieter Bohn hat einen sehr ausführlichen Überblick über die neuen Möglichkeiten der gestern gestarteten Pro-Version von Wolfram Alpha geschrieben. Sein Fazit:

Regular users may not have had much reason to dig into the service before now, but the ability to bring the entire brunt of Wolfram Alpha’s computational engine on any arbitrary piece of data democratizes the idea of statistical analysis.

Den Dienst, der 4,99$ im Monat kostet, kann man 14 Tage lang testen:

Begrüßungsschirm von Wolfram Alpha

15 Mio. Nutzer in einer Doppelgarage

Mat Honan in einem Porträt über Instagram:

Instagram subleases its space from another company. Instagram isn’t in Twitter’s old office, it’s in Twitter’s old conference room. The entire company is nothing more than a collection of desks arranged bullpen-style in a room that is smaller than most two-car garages.

Niemand braucht mehr große Fabriken, um ein Produkt für Millionen von Nutzern anzubieten; Kreativität genügt. Instagram erreicht 15 Millionen Nutzer mit 10 Mitarbeitern aus einem „winzigen“ Büro.

(via Daring Fireball)

Das Kleingedruckte klein kriegen

Förster & Kreuz wundern sich zu recht über die komplizierten AGB von Apples iTunes. Ausgerechnet der Konzern, der so viel Liebe zum Detail lebt, verlangt von seinen Kunden die Zustimmung zu riesigen Rechtstexten, die – würde man es wirklich versuchen – etwa „eine Stunde Lebenszeit“ beanspruchen. Förster & Kreuz machen es anders:

Wir überarbeiten unsere Vertragsunterlagen jedes Jahr. Nicht mit dem Ziel, sie noch rechtssicherer und umfangreicher zu machen, sondern um sie klarer, einfacher, verständlicher, und vor allem kürzer zu gestalten. Jedes Wort kommt auf die Goldwaage: Wichtig, richtig oder weg! Aktuell sind wir runter bis auf 349 Wörter.

Wenn Hände dich überraschen

Für ein Event in Kalkutta wurde dieser wunderbare Trailer produziert:

Die Handschattenspiele wurden vom indischen Künstler Amar Sen, der aus Kalkutta stammt, und seinem Partner Sabyasachi Sen erzeugt. Über die zum Teil atemberaubenden Handschatten sagt Amar Sen in diesem Making-Of für einen früheren Werbefilm:

Whatever you ask me, I will try, and probably I will do it.

Ich wusste nicht einmal, dass es überhaupt professionelle Handschattenspieler gibt. Amar Sen erklärt dann auch ein wenig wehmütig:

But at present, so far as the handshadowgraphy is concerned, it’s going to be a completely dying art. […] Why this is dying? As because the professional handshadowgraphers all over the world we have got the news that narrow them to not more than 10 – all over the world.

Der richtige Zeitpunkt

Marco Arment, Gründer von Instapaper, über die Vorzüge seines selbst bestimmten Lebens im Vergleich zu etlichen Kollegen, die sich als Startup-Gründer im „crunch mode“ befinden und – getrieben von Investoren – Privatleben mit Karriereleben tauschen:

This is a lifestyle that I’m not willing to give up for the promise of taking VC money, hiring a bunch of people, making everything free, and hoping to cash out after a few years of nonstop “crunch mode”

Dem fällt dann bei manch einem auch schon mal die Familienplanung zum Opfer:

Most people can always point to a reason why it’s not a convenient time to have children, but my wife and I couldn’t think of a single one. We know that we will never have a better time than right now.

Ob wirklich die „meisten Menschen“ so ticken, weiß’ ich jetzt nicht, aber ich kenne Menschen, die so lange auf den richtigen Zeitpunkt für Nachwuchs gewartet haben – „nach dem Studium“, „nach der Beförderung“, „nur noch diesen Urlaub“, … – bis es zu spät war. Ich bin froh, dass wir uns schon dreimal anders entschieden haben.

Das Stunt-Car-Musikinstrument

Was tun, wenn man zu viele Klaviere, jede Menge Schrott und ein schnelles Auto hat? Man baut daraus ein gigantisches Musikinstrument, wie die Band OK Go. Die hat für ihr neues Musikvideo Needing/Getting in der Wüste vor L.A. einen 2 Meilen langen Parcours aufgebaut und das Auto zum Musiker gemacht:

A Chevy Sonic was outfitted with retractable pneumatic arms designed to play the instruments, and the band recorded this version of Needing/Getting, singing as they played the instrument array with the car.

Hier ist die Originalversion des Songs.

Übrigens: vor Kurzem hatte OK Go einen Gastauftritt in der (amerikanischen) Sesamstraße, um in einem kurzen Video die Grundfarben zu erklären.

(via Mariusz Kaczmarek)

Lyrische Kammermusik von AC/DC

Albumcover von Jens Thomas' AC/DC-Tribute-Album „Speed of Grace“

Darf man das? Aus AC/DCs Musik alles Laute und Rockige herausnehmen? Und das dann auch noch Jazz nennen? Klar darf man – und der Pianist Jens Thomas hat’s getan.

Aus Hardrock wird lyrische Kammermusik, werden total herunter gedimmte, impressionistische, bis auf das Grundgerüst völlig improvisierte Balladen.

Natürlich empört sich darüber die Jazz-Szene. Der Jazz-Kritiker Michael Rüsenberg meint, bei AC/DCs Musik bliebe dann nicht mehr viel übrig, und Karl Lippegaus nennt es „verkitschten Dachkammerjazz“ – aber das kann ja jeder für sich selbst entscheiden. Hörproben gibt’s hier und hier.

Übrigens: Vor Jahren nahm sich die Jazzkantine auch schon einmal Highway to Hell vor und landete dabei in der Swing-Ecke. Auch das hörenswert.

Wie lädt man eine Typografin ein?

35 Design-Begeisterte aus Pennsylvania ließen ihre Auto-Kennzeichen ändern, nur um daraus eine typografische Einladung an Jessica Hische zu entwerfen, damit sie für einen Vortrag zu ihnen kommt.

Ausschnitt der Typografie-Einladung an Jessica Hische

Not quite an annual report

FSI FontShop International, der weltweit größte Schriftentwickler, legt erstmals einenFontFont-Jahresbericht vor. Darin lernt man, so gehört es sich für einen Jahresbericht, Wissenswertes über das Unternehmen, z.B. über Schriftentwickler Christoph Köberlin:

If you were a FontFont which one would you be and why?

ff Quadraat Sans SC Web Pro Condensed Extra Light Italic, DirectWrite rendered at 31 px — for obvious reasons!

Weitab schnöder Unternehmensstatistiken ist der Bericht ein visueller Augenschmaus und sehr unterhaltsam.

Facts & Figures aus dem FontFont-Jahresbericht

Neue Schriften im FontFont-Jahresbericht

(via Fontblog)

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